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Zwischen dem Mälar-See und der Ostsee liegt Stockholm auf mehrere Stadtinseln verteilt. Von einer Insel zur nächsten
geht es über die vielen Brücken - und im tiefsten Winter kann man den Weg von Schäre zu Schäre zum Beispiel
mit Schlittschuhen meistern. |
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Ein Tag im Leben eines reisenden Schreiberlings: Morgens erst einmal ein zünftiges schwedisches Lachsfrühstück
mit Helga - definitiv die netteste Gastgeberin aller Zeiten! |
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Gleich nach dem Frühstück in die Museen. Dort stand ich dann mit dem Notizbuch vor den Exponaten und kritzelte und
zeichnete im Stehen - misstrauisch beäugt von anderen Museumsbesuchern (vermutlich alles Hobbygraphologen, denen beim
Anblick der Unleserlichkeiten Schlimmes schwante ...) |
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In manchen Museen durfte man aber auch Fotos machen, zum Beispiel von den wunderbaren Holzschlitten. Im 17. Jahrhundert
vertrieb sich die königliche Gesellschaft die langen Wintertage gerne mit Schlitten- und Pferderennen auf dem
zugefrorenen Mälar-See. |
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Und hier der Praxistest im März. Eine Schlittenfahrt war natürlich nicht mehr drin, dafür ein Ausflug mit
einem Eisbrecherboot und zwanzig anderen Touristen bei 10 Grad Minus, schneidendem Wind und einer richtigen Wintersonne! |
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Zeit für ein Beweisfoto ganz vorne am Schiffsbug. Der Mann, dem ich die Kamera in die Hand drückte, grinste nur
und meinte: "Oh, yes! Like Kate Winslet!" Naja, nicht ganz ... Aber zurück zum Ufer und von dort aus zum kleinsten
Stadtteil von Stockholm, der in keinem Reiseführer zu finden ist: |
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Lustig, was? |
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Die Gassen der "Gamla Stan", der Altstadt. Bevor die Häuser Ende des 17. Jahrhunderts gelb eingefärbt wurden,
leuchteten sie in "Faluröd-Färg", der "Faluner Farbe". Dieses "Stierblutrot" war ein Abfallprodukt aus den
Kupferminen von Falun und wurde zum Häuserstreichen verwendet. Die schmalste Gasse der Altstadt ist nur 90
Zentimeter breit. Für einen Elch definitiv zu eng. |
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Ein Original-Häuschen aus dem 17. Jahrhundert. Jetzt muss man sich nur noch Ziegen vorstellen, die im Sommer auf dem
Dach grasen, dann hat man einen Eindruck, wie Stockholm um 1620 herum ausgesehen hat. Dass es ziemlich oft gebrannt hat,
kann man sich denken. |
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"Stortorget" - ältester Platz der Stadt mit einer gruseligen Geschichte: Im November 1520 ließ der frisch
gekrönte dänisch-schwedische Unionskönig Kristian II. an dieser Stelle 82 Adlige hinrichten. Wenige Tage
zuvor hatte er ihnen noch Amnestie versprochen und mit ihnen gefeiert. Kein Wunder, dass er als "Kristian Tyrann" in die
Geschichte einging. |
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Nach dem Museenmarathon und dem Stadtrundgang hier ein weiteres wichtiges Forschungsgebiet: "Kultur und Lebensart".
Schweden sind große Kaffeetrinker. Alle 50 Meter ein Café. In diesem hier beachte man das Elchgeweih über
dem Klavier. Zum köstlichen Gebräu gibt es Schokoladenkuchen. Oder ... |
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... das traditionelle Semla-Gebäck. Es wurde vermutlich im 18. Jahrhundert aus Deutschland eingeführt, ist mit
Marzipan und Sahne gefüllt, wird in heißer Milch gebadet - und schmeckt himmlisch! |
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Da wir schon beim Essen sind: Wie ich im Nordischen Museum lernte, durfte auf der festlich gedeckten Tafel der schwedischen
Könige ein gebratener Schwan nicht fehlen. Schmeckte allerdings nicht ganz so gut wie beispielsweise Elch. Gespeist
wurde mit einem mörderisch anmutenden zweizinkigen Gabelspieß und einem Messer. |
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Weiter geht es mit Lebensart und Brauchtum. Die Schweden lieben zwar ihre Elche zu jeder Jahreszeit, um Ostern herum ist
ganz Stockholm jedoch eindeutig huhnverrückt. Als Symbol des Frühlings werden Birkenzweige mit Federn
geschmückt. Die schönsten Sträuße bekommt man am ... |
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... "Hötorget", dem "Heumarkt". Im 17. und 18. Jahrhundert war dieser Markt DER Handelsplatz für Eier,
Milch und andere Lebensmittel. Heute steht hier das nordischblaue Konzerthaus. Der junge Mann aus Bronze ist der göttliche
Sänger Orpheus. |
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Schlenker zu Militärhistorie und Pratchett: Wachen! Wachen! |
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Zum Abschluss des Recherchetages gegen sechs Uhr abends noch ein Abstecher zum "Sergels Torg". Hier befindet sich nicht
nur eine formschöne Lichtsäule, sondern auch das legendäre "Kulturhuset" mit mehreren Theatern, Galerien,
einer Bücherei und vielen Cafés. Und dann nichts wie heim zu Helga und Lars, wo schon ein Glühwein wartet. |
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Ein echter Glücksgriff: meine Gastgeber (hier Lars mit "little creature" Kiko)! Wer wissen will, wo er die drei
findet - Mail genügt, ich gebe die Kontaktdaten gerne weiter. Mit klassischem Bed & Breakfast hatte diese wundervolle
Unterkunft nicht viel zu tun, das war Bed & Riesenfrühstück & Spezialitätenschlemmerei & Landeskunde &
Schlüsselfidelmusik & gesellige Stunden & viel Lachen & ein Elch ... |
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Da ist er. Der Elch. Tja, tut mir Leid, Freunde der Tierwelt. DAS ist in Stockholm nun mal die häufigste
Erscheinungsform der stolzen Hirsche. Im November ziehen viele Schweden in die Wälder und jagen sich eigenhändig den
Wintervorrat. Dieses stattliche Exemplar wurde höchstselbst von Helgas und Larsens Nachbar erlegt. |
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Ende der Show. Alles weitere ist seit Februar 2006 in dem Historienroman "Der Spiegel der Königin" nachzulesen. Eines
hat das Album hier aber sicher schon verraten - wichtige Teile der Romanhandlung spielen in der Küche oder an der
Festtafel. |