Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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Rubrik Fantasy, Historie, Krimi, Kinderbuch


Skyline "Lautlos schlüpfte ich hinter den Container und lauschte mit klopfendem Herzen. Er - oder sie? - hatte es eilig. Doch vor dem Container wurden die Schritte langsamer, verharrten zwei, drei Sekunden, um dann umso schneller wieder loszuklappern. Ich wartete, bis sie ganz verklungen waren. Dann wollte ich wieder auf die Straße treten - aber als ich mich bewegte, fiel etwas Nasses gegen meine Knöchel. Vom Regen durchweichte Fetzen von Pappschildern. Barbs Botschaften, die sie den Leuten vor der Börse unter die Nase gehalten hatte! Sie musste sie in großer Hast hinter den Container geworfen haben, ohne darauf zu achten, sie vor Nässe zu schützen. Anscheinend wollte sie sie schnell loswerden. Offenbar hatte sie sogar noch versucht, einige davon in aller Hast zu zerreißen. Aber was hatte sie vor ihrem Verfolger zu verbergen gehabt?"




Ein Krimi, ein Krimi!
Nach einigen krimifreien Jahren war in meinem Schreiberbüro endlich mal wieder Crime-Time angesagt! Also, gleich vorab: Es ist kein Romantasy-Roman. Aber wem "Der Bund der Wölfe" mit seiner knappen Krimisprache und der Mörderjagd gefallen hat, der wird sich sicher auch mit "Schattenauge" anfreunden können. Die Handlung spielt im Hier und Heute, genauer gesagt im März 2010 in einer Großstadt (eine Mischung aus Frankfurt am Main, Boston und Chicago). Die Schülerin Zoe und der Einwanderer Gil begegnen sich beim Tanzen in einem Club. Gil ist fasziniert von Zoe und versucht sie vor einem Mann namens Maurice zu beschützen. Doch als auf dem Sportplatz von Zoes Schule eine Tote aufgefunden wird, ist klar: Ein Mörder ist in der Stadt. Wird Zoe sein nächstes Opfer sein?

Der Dschungel in uns
Damit der Krimi noch etwas mehr "Twist" bekommt, habe ich ein phantastisches Element eingefügt. Die Idee dafür stammt aus einem Gespräch mit meiner Lektorin, die ebenso wie ich für alte Gruselfilme schwärmt. Als wir einmal über den Schwarzweiß-Klassiker Cat People (1942) von Jacques Tourneur gesprochen haben, entstand die Idee, eine ähnliche Stimmung von schattenhafter Bedrohung in eine moderne Großstadt zu transportieren. (Wer mal schauen will, was damit gemeint ist: Einfach die Szene "cat people -bus effect" bei Youtube anschauen.)
Allerdings sind "meine" Katzenartigen keine klassischen Gestaltwandler. Sie mutieren nicht zu bepelzten Wer- Gestalten, das wäre in einer modernen Großstadt schnell unglaubwürdig geworden. Dazu gibt es zu viele überwachungskameras und zu viele Leute mit Fotohandy. Aber es gibt ja andere, weniger bekannte Wege, mit der "Bestie in sich" in Berührung zu kommen. Jedenfalls war es eine spannende Vorstellung, dass der unscheinbare Typ rechts neben einem in der U-Bahn im Inneren ganz anders ist, als man ihm von außen ansieht. Stichwort: Wesenswandler.

Was wäre, wenn?
Das Nebeneinander von Großstadtatmosphäre, glänzenden Spiegelfassaden, Technik und Asphalt auf der einen und dem archaischen Inneren, den Instinkten und Trieben - kurz, dem "Dschungel in uns" - auf der anderen Seite, war bei diesem Roman die größte Herausforderung. Ein Aspekt spielt hier eine ganz besondere Rolle: der Schatten, den jeder Mensch in sich trägt, und über den man bei C.G. Jung mehr nachlesen kann. Dieser Schatten ist das Negative, Verdrängte, die Seite, die keiner gerne bei sich sehen will und die manchmal eben deswegen abgespalten wird und ein Eigenleben entwickeln kann.
Ein weiterer schöner Rechercheteil waren die Katzenmythen, die in jeder Kultur eine Rolle spielen: ob als Totemtiere bei den Indianern, Kraft- und Seelentiere bei den Schamanen der Mongolei, als kämpferische Schutzgeister bei einem Volk am Amazonas, als unverwundbares Raubtier in der griechischen Mythologie oder als Gottheiten bei den Steinzeitmenschen und den ägyptern. Tja, und was, wenn diese Darstellungen einfach nur symbolische Bilder für den "Schatten" wären?

Namen und Titel
Offenbar habe ich eine Antenne für die absolut gängigen Modenamen. Aber ich bin nicht die Einzige. Der Name Zoe steht gerade bei so einigen Autoren ganz oben auf der Beliebtheitsskala. In Kai Meyers "Arkadien erwacht" haben wir eine Zoe, in Linda Urbans Debüt "Das Leben ist kein Klavier" ist Zoe die Hauptfigur, und auch im "Gezeichnet - House of Night" von P.C. und Kristin Cast trägt die Hauptfigur diesen Namen. Witzig, aber manchmal liegt so etwas wohl einfach in der Luft (was übrigens auch für die vielen Neuerscheinungen gilt, in deren Titel gerade das Wort "Schatten" vorkommt: Schattenseelen, Schattenauge, Schattenwesen, Schattenflügel, Schattenpfade, Schattenwandler, Schattenschwestern ... etc.).
Wie es zur Namensgebung "meiner" Zoe kam: Erstens brauchte ich einen international klingenden Namen, der in Kanada gebräuchlich ist. Zweitens verwende ich in meinen Büchern ja bekanntlich gerne sprechende Namen, und Zoe bedeutet soviel wie "Leben". Manche griechischen Philosophen setzten auch einen speziellen Bezug zum Begriff "Schicksal". Das alles passt zur ganz speziellen Lebensaufgabe und dem Weg, den die Hauptfigur in "Schattenauge" bewältigen muss. Denn um ihr Leben muss sie in diesem Buch in mehrfacher Hinsicht kämpfen. Und drittens ist die Namenswahl ganz banal eine kleine Fan-Verbeugung vor einer großartigen Schauspielerin, Zoe Wanamaker. Auch mit den anderen Namen im Buch hat es eine spezielle Bewandtnis. Wer zum Beispiel Mongolisch kann, versteht sofort, was der Name "Irves" bedeutet. :-)




Weitere Ausgaben:

Schattenauge 512 Seiten, Taschenbuch, 6.00 Euro (D)
ISBN: 978-3473544172, Verlag: Ravensburger
Erschienen 2013



Schattenauge 352 Seiten, Hardcover, 16.95 Euro (D)
ISBN: 3-4733-53140, Verlag: Ravensburger
Erschienen 2010





















Quadrat News 31.10.17

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