Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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5 Fragen an Tarja Prüss



Tarja Prüss
Heute ist es mir eine besondere Freude, eine ganz besondere Autorin, Fotografin, Journalistin und Moderatorin vorzustellen. Finnland-Fans werden sie längst kennen, denn auf ihrem Blog www.tarjasblog.de fühlt sie den Puls des Landes und gewährt ihren Lesern Einblick in die finnische Seele, die Lebensart und die Traditionen dieses Landes. Vor ein paar Tagen ist nun auch ihr Finnland-Buch erschienen und ich finde, es ist einfach großartig geworden. Authentisch, berührend und witzig, mit vielen Fakten, die man so noch nie gelesen hat. Für mich waren viele Kapitel echte Aha-Erlebnisse und wenn ich nur ein einziges Buch über Finnland verschenken dürfte, dann wäre es dieses! Mehr zum Buch unter www.schwarzkopf-verlag.net.
Und mehr zur Autorin hier im Interview:



Liebe Tarja, wie kam es zu diesem Buch?
Es war ein absoluter Glücksfall! Seit drei Jahren schreibe ich mir mit großer Begeisterung meine Leidenschaft für Finnland auf meinem Blog von der Seele. Der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf in Berlin suchte für seine Serie "111 Gründe, das Land xy zu lieben" Autoren für die nordischen Länder - und durch meinen Blog wurden sie auf mich aufmerksam. So kam eins zum anderen und ich bin sehr dankbar, dass ich das Buch schreiben durfte, zumal es schon länger ein heimlicher Wunsch war, meine Erlebnisse in Finnland irgendwann einmal auch in Buchform zu veröffentlichen. Der Blog ist bis heute ein Geschenk an die Welt. Ich verdiene kein Geld damit, insofern ist das Buch die schönste Belohnung, die ich mir vorstellen kann.

Verrätst du uns, welches Thema oder Erlebnis darin für Dich zu einem Lieblingskapitel geworden ist?
Mmh, das ist wirklich schwierig zu beantworten. Zu den Lieblingsgeschichten gehören sicher die magischen Polarlichter und der Besuch beim Weihnachtsmann. Aber auch so manche unverhofften Begegnungen mit Finnen und Samen, die mich sehr beeindruckt haben. Sehr viel Spaß gemacht hat mir beim Schreiben das Kapitel über die Mentalität und Verrücktheiten der Finnen. Diese für mich so liebenswerten Eigenschaften herauszuschälen und auf den Punkt zu bringen, da habe ich oft in mich reingekichert am Schreibtisch.

Hat sich das Schreiben des Blogs vom Schreiben des Buches für Dich sehr unterschieden? Und wenn ja, inwiefern?
Der Blog hat sich einfach entwickelt. Zunächst war er ja nur als eine Art Reisetagebuch für Freunde gedacht. Insofern fiel mir das Schreiben leicht.
Beim Buch war die Hürde plötzlich viel höher: für wen schreibe ich da eigentlich? Was muss zwingend alles rein? Und wie persönlich darf es, soll es sein?
Als Radio- und TV- Journalistin bin ich außerdem gewohnt, alles in maximal zwei Minuten zu erklären und plötzlich liegen da 300 weiße Seiten vor einem! Da bekommt man schon ganz schön Respekt!
Hinzu kam die ganze Planung in Kapitel und Unterkapitel. Beim Blog kann ich einfach mal los schreiben und es gibt keinerlei Vollständigkeitsanspruch. Ein Endlosprojekt sozusagen, an dem ich immer wieder weiter schreiben kann. Das führt automatisch zu einer gewissen Leichtigkeit, die man beim Buchschreiben erst einmal entwickeln muss. Denn das hat bekanntlich Anfang und Ende, die Gliederung erfordert eine Menge Vorarbeit und vergessen will man um Gottes willen auch nichts. Es soll sich ja schon ein rundes Bild von "meinem" Finnland ergeben. Das war schon eine ziemliche Herausforderung.
Ähnlich schwierig erwies es sich mit der Auswahl der Bilder: der Blog bietet eine endlose Spielwiese und mein digitales Archiv umfasst mittlerweile rund 40.000 Fotos. Im Buch sollte nun ganz Finnland auf 32 Fotoseiten unterkommen. Da fiel die Auswahl entsprechend schwer. ;-)

Fotografie und Schreiben - haben diese beiden Ausdrucksformen für Dich eine Verbindung?
Beides hat sehr viel mit mir selbst zu tun.
Mit einem Klick kann ich schöne einzigartige Momente festhalten und sie mit anderen teilen. Ich kann meinen Blick, meine Perspektive, meine Stimmung transportieren. Im Idealfall erzählt ein gutes Foto bereits eine Geschichte. Beim Schreiben über Finnland passiert ähnliches: auch da versuche ich Landschaften, Erlebnisse und Gefühle in Worte zu fassen, erlebbar zu machen, die Menschen mit zu nehmen auf meine Reisen. Und eins der schönsten Komplimente ist jedes Mal, wenn Leser mir genau das bestätigen. Dass sie das Gefühl haben, dabei zu sein, mit zu reisen.
Da, wo die Worte enden, hilft mir die Fotografie - und umgekehrt: wo die Fotografie an ihre Grenzen kommt, helfen mir die Worte. Insofern eine perfekte Ergänzung. :-)

Hast du einen Tipp für uns, was man bei einem Besuch in der finnischen Hauptstadt Helsinki auf keinen Fall versäumen sollte?
Wer das erste Mal nach Finnland kommt, sollte auf jeden Fall den Hafen besuchen - hier beginnt Finnland für mich: die gigantischen Fährschiffe am Ufer, das typische Markttreiben mit den kleinen improvisierten Open Air Cafés, wo es nach Meer riecht und man die Möwen schon von weitem hört und gleich nebenan die kauppahalli, die alte Kaufhalle: dort kann man schon ein Stück finnischer Lebensgefühl erleben, wenn man in den Mini-Lokalen eine Lachssuppe oder Lettu (Pfannkuchen) probiert.
Im Sommer für mich das ultimative Helsinki-Gefühl: auf den Treppen des Doms sitzen und einfach die entspannte Atmosphäre genießen, am Besten mit dem Lieblingsgetränk der Finnen: Kaffee! Apropos: sehr schön sind auch die süßen kleinen Sommercafés am Töölönlahti (die Bucht im Stadtteil Töölö), wo man unbedingt die selbstgerechten Korvapuusti (Hefebäck mit Kardemom, Zimt und Zucker, auch Pulla genannt) probieren sollte. Und dann vielleicht einen Sprung in den Kaivopuisto, einem Park am Meer, auf den Felsen sitzen und aufs Wasser schauen....
Ansonsten einfach gern mal in meinem Blog stöbern...:-)
Und abends - klar - in die Sauna ... finnischer als Sauna gehts kaum: entspannen, Kopf auslüften und zur Ruhe kommen. Spätestens dann ist man angekommen: mitten im finnischen Lebensgefühl.

Liebe Tarja, vielen Dank für das Interview!

Quadrat News 20.07.16

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Impressum: Nina Blazon, USt-IdNr.: DE227815019, c/o: Agentur Textarium Hr. Nägele, Neckarstr. 55, 73728 Esslingen a.N.
Tel: 0711 / 93278846, olaf.naegele@ninablazon.de