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5 Fragen an ... Brigitte Melzer
Über Brigitte Melzer muss ich ja gar nicht mehr viel sagen. Wir kennen und lieben sie als unglaublich vielseitige
Autorin, die nicht nur mit ihrer historisch-phantastischen "Vampyr"-Reihe Aufmerksamkeit erregte. Sie ist im High-
Fantasy-Genre ebenso zu Hause wie in der Urban Fantasy - und mit "Dämonisches Tattoo" hat sie einen düsteren Thriller
vorgelegt. Im September 2010 erscheint ihr neuester Streich im Otherworld-Verlag: "Rebellion der Engel"
Liebe Brigitte, worum geht es in deinem aktuellen Roman?
Da ist zum einen Schutzengel Akashiel, der vom Chef (genau der!) den Auftrag bekam, einen Altfall zu überprüfen, und
mit seinem Auftauchen um ein Haar seine Schutzperson Rachel das Leben gekostet hätte. Er macht sich daran,
herauszufinden, wie das passieren konnte und kommt dabei einer Verschwörung auf die Spur, deren Anfänge sehr weit
zurückliegen.
Auf der anderen Seite ist da Rachel, für die seit dem Augenblick, in dem ihr Schutzengel in ihr Leben geplatzt ist,
nichts mehr so ist, wie es einmal war. Ihre Katze kann plötzlich sprechen, Maskierte verfolgen sie und neben dem
Engel mit den schwarzen Schwingen, der eines Nachts plötzlich in ihrem Garten auftaucht, ist da auch noch der Geist
aus dem Waschraum, der sie um ein Haar zu Tode erschreckt hätte.
Nicht ahnend, dass ihr Beinahe-Tod die Mächte von Himmel und Hölle auf den Plan gerufen hat, versucht sie dahinter
zu kommen, warum sich ihr Leben auf einen Schlag so sehr verändert hat - und findet sich plötzlich zwischen allen
Fronten wieder. Der einzige, der ihr jetzt noch helfen kann, ist ihr höllisch charmanter Schutzengel. Doch auch
der hat ein Geheimnis.
Hast du einen speziellen Bezug zu Engeln?
Keinen spirituellen Bezug, falls du das meinst. Für mich sind Engel einfach wunderbare Romanfiguren, die in meiner
Geschichte nicht unbedingt die erhabenen Lichtgestalten sind, die man sich vielleicht gemeinhin vorstellt, sondern
eher ein altersloses Spiegelbild unserer vielfältigen menschlichen Charakterzüge - allerdings ausgestattet mit Flügeln
und einigen herausragenden Fähigkeiten, die sie deutlich gefährlicher machen als uns gewöhnliche "Fußgänger". Und
wenn man Rachel fragen würde, hätten sie wohl auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Hühnchen. Wie Mister Popcorn,
Rachels Kater, sie nennt, sage ich jetzt lieber nicht.
"Dämonisches Tattoo" heißt der Paranormal-Thriller für Erwachsene, der Anfang des Jahres erschienen ist. Wie
war für dich der Wechsel in das neue Genre?
Es war eigentlich gar kein bewusster Wechsel. Die Vorgabe war, einen Roman zu schreiben, in dem ein Tattoo eine
wichtige Rolle spielt. Es gibt so viele unzählige Spielarten zu diesem Thema, dass ich vermutlich noch mindestens
fünf andere Tattoo-Romane schreiben könnte, ohne dass einer dem anderen gleicht. Der schwierigste Teil war auch
tatsächlich der, mich zu entscheiden, in welche Richtung ich gehen wollte. Dass sich die Geschichte letztlich zu
einem Thriller mit phantastischem Element (eben jenem Tattoo) entwickelt hat, war eher ein zufälliger Prozess und
keineswegs von Anfang an so geplant. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Ausflug ins Thriller-Genre sehr viel
Spaß gemacht hat, sodass das hoffentlich nicht mein letzter Besuch dort gewesen ist.
Worauf freust du dich bei einem eigenen Buch am meisten?
Wo soll ich da mit der Aufzählung anfangen? Es gibt so viele Dinge, über die ich mich freuen kann, angefangen von der
ersten Idee und deren Entwicklung, über den abgeschlossenen Vertrag und den ersten Blick auf die Coverentwürfe
(immer sehr spannend!), bis hin zu dem Augenblick, in dem ich endlich das fertige Buch in Händen halten kann.
Der aufregendste Teil ist aber sicherlich der, wenn das Buch dann nach langer Arbeit endlich im Handel ist und
die ersten Rückmeldungen eintrudeln. Es ist einfach spannend, zu sehen, ob der Funke, den die Idee bei mir gezündet
hat, auch auf die Leserinnen und Lesern überspringt.
Welches Buch ist bisher dein "Buch des Jahres 2010" - und warum?
Das ist jetzt gar nicht so leicht zu beantworten, da ich im Augenblick ganz viele tolle Bücher vor mir herschiebe,
bis ich endlich mal wieder ausreichend Zeit habe, um sie auch in Ruhe genießen zu können. Eines der besten Bücher,
die ich bisher in diesem Jahr gelesen habe, war aber sicherlich "Alterra - Die Gemeinschaft der Drei" von Maxim
Chattam. Die Ausgangssituation, dass sich Kinder plötzlich allein in einer vollkommen veränderten Welt wiederfinden,
aus der die Erwachsenen entweder gänzlich verschwunden, oder aber zu Monstern geworden sind, fand ich
faszinierend.
Hört sich nach einem guten Tipp an, danke! Und vielen Dank für das Interview, Brigitte. Wer noch weiter stöbern
möchte, klicke einfach auf www.brigitte-melzer.de
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