Nina Blazon - Autorin

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5 Fragen an Ju Honisch



Honisch
Zur Feier dieses düsteren Tages ist es mir ein ganz besonderes Vergnügen, eine scharfsinnige und in jeder Hinsicht phantastische Autorin vorstellen zu dürfen, die zudem immer mit schwarzem Humor glänzt: Ju Honisch! Aus ihrer Feder stammen Romane wie "Das Obsidianherz", "Blutfelsen" und "Seelenspalter". In der Edition Roter Drache ist gerade ihre Kurzgeschichtensammlung "Machtschattenspiele" erschienen. Und auch in der Anthologie "Von Fuchsgeistern und Wunderlampen" aus dem Drachenmond Verlag ist sie mit einer Geschichte vertreten. (Copyright Autorenfoto: Brigitte Fielicke)



Liebe Ju, hast Du beim Schreiben spezielle Lebens-, Leit- und Lieblingsmotive?
In den meisten meiner Bücher gibt es eine kleine Liebesgeschichte. Das liegt vielleicht nur daran, dass ich gerne mit intensiven Gefühlen spiele, denn sie machen alles ein bisschen prägnanter. Da eignet sich Liebe - aber natürlich auch Angst, Mut etc. Doch ich habe vermutlich auch meistens noch eine Zusatzaussage, denn ich bin der Meinung, dass alle Literatur politisch ist. Auch und gerade Phantastik.
Schon Märchen hatten ja immer eine Botschaft. Und wenn ich auch nicht mit dem Holzhammer bestimmte Positionen in die Köpfe prügele - das hoffe ich zumindest - denke ich schon, dass man eine bestimmte Wertehaltung aus dem Büchern ersehen kann. In den ersten vier Romanen, die im 19. Jahrhundert spielen ("Das Obsidianherz", "Salzträume", "Jenseits des Karussells" und "Schwingen aus Stein"), sind die Gegenspieler nicht nur, aber häufig genug religiöse Fanatiker, die aus ihrem Fanatismus das Recht ableiten, Menschen oder Feenwesen zu be- oder verurteilen, zu jagen, zu quälen und zu ermorden. Sie fühlen sich dabei im Recht. Sie vertreten die Meinung, dass es dazu nur eine Meinung geben darf. Auch das empfinde ich schon als übel.
In "Die Quellen der Malicorn" kommen tatsächlich rassistische Einhörner vor. Es hätten auch Zauberer oder Baumgeister sein können - Wesen mit einer zusätzlichen Begabung, der Magie, die sich der nicht magiebegabten Rasse überlegen fühlen und daraus ein Recht ableiten, sie zu knechten. Die Tatsache, dass es sich bei letzteren um fremde Menschen handelt, die in dieses magische Reich gekommen sind und nicht mehr zurückkönnen, mag einen zusätzlichen politischen Aspekt zumindest anreißen. Der Heyne Verlag hatte, als sie mir als Thema Einhörner stellten, aber sonst keine Vorgaben machten, eher einen Ponyhof-Roman mit ein bisschen magischem Glitzer erwartet. Sie hatten offensichtlich keine Ahnung, was ich sonst so schreibe.
Auch die Reihe "Geheimnisse der Klingenwelt" ist nicht unpolitisch. Die Geheimgesellschaft der Assassinen rekrutiert sich aus indoktrinierten Kriegsweisen, die - vom Hungertod gerettet - in einer Welt des Krieges ein Heim und eine Ausbildung erhalten. Und einen "Purpose", einen Lebenszweck, der mit einer Gehorsams-Ideologie verbunden ist. Sowohl Kindersoldaten als auch Ceau?escus Securitate hat sich aus solchen Kindern rekrutiert.
Mein neustes Buch "Machtschattenspiele" ist eine Sammlung meiner Kurzgeschichten. Auch hier konnte ich von politischen Themen nicht so ganz die Finger lassen. Es kommt eine 5000 Jahre alte Europapolitikerin vor und Zeus, der es vom Gott zum Lobbyisten geschafft hat.

Wie gehst Du bei der Entwicklung deiner Figuren vor?
Ich habe immer eine Grundidee, wie die Person sein sollte. Dann schreibe ich eine Weile ins Blaue, bis die Figur zur fühlenden Person wird. In dem Moment, wo sie mir wirklich erscheint, wo ihre Gefühle mit ihrer Diktion und ihrer ganzen Art übereinstimmen, fange ich dann noch einmal an. Wenn ich Bücher lese, so gefallen mir die am besten, deren Personen am glaubhaftesten, am menschlichsten sind. Das versuche ich auch umzusetzen.

Kurzgeschichten und Romane - wie unterscheidet sich für dich das Schreiben?
In Kurzgeschichten kann ich Situationen anreißen. Tatsächlich kann ich es dem Leser oft selbst überlassen, bestimmte Schlüsse zu ziehen, wie es enden wird. Und es gibt gemeinhin nur eine Handlungsebene, während ich bei Romanen meist mehrere Handlungsebenen habe. Bei "Salzträume" waren die verschiedenen Handlungsstränge, die letztlich ein Ganzes geben mussten, so komplex, dass ich einen Stundenplan mit allen handelnden Personen führte.
In meinen Kurzgeschichten geht es meist nur um eine Person und Beiwerk. Es ist meist nicht nötig, auch die Zusatzpersonen mit eigenen Lebensgeschichten auszustatten. Zwar halte ich mich mitunter nicht an die Maxime, dass Kurzgeschichten nur an einem einzigen Ort spielen dürfen, aber ich versuche doch, sie nicht ausufern zu lassen, sondern eine kleine runde Sache daraus zu machen. Meine Romane sind jeweils ein "Universum", während meine Kurzgeschichten eher so etwas wie Glasmurmeln sind.

Verrätst du uns den Titel eines Lieblings-Horrorbuchs?
Das Horrorbuch, das mich am meisten in Schrecken versetzt hat, war vor vielen Jahren "Cujo" von Stephen King. Ich weiß, dass ich nachts von Alpträumen aufwachte, es aber auch nicht schaffte, das Buch nicht zu Ende zu lesen. Hier mag mit hereinspielen, dass ich Hunden auch im normalen Leben nicht gar so viel Vertrauen entgegenbringe. Ich bin so gar nicht der Hundemensch. Und das, was der Heldin in dem Buch passiert, ist real möglich. Das kann jedem passieren, da braucht es keine Clowns, keine Außerirdischen und keine Poltergeister. Umso erschreckender
Ob "Cujo" mein Lieblings-Horrorbuch ist, weiß ich nicht. Ich weiß ja nicht einmal, ob ich ein Lieblings-Horrorbuch habe. Echte Lieblingsbücher lese ich meist mehr als einmal. Das habe ich bei "Cujo" nicht getan.

Wie verbringst Du Halloween?
Die Neuheiden feiern am Halloween Samhain. Meine neuheidnischen Freunde habe mich dazu eingeladen. Ich freue mich schon.

Dann wünsche ich viel Spaß! Und danke Dir für die spannenden Antworten (ja, Cujo hat mir auch die Schauer über den Rücken gejagt!).

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