Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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Neu am 31. Dez: Gestern, heute, morgen
"Kann 2016 jetzt mal langsam gehen?" Solche und auch weitaus weniger höfliche Aufforderungen liest man in diesen Tagen überall. Und es stimmt, das Jahr 2016 war in vielerlei Hinsicht anstrengend, traurig und erschreckend. Ich glaube, jeder von uns hat sich beim Nachrichtenschauen zeitweise in Edvard Munchs "Der Schrei" verwandelt. Und soweit es mein Umfeld betrifft, gab es auch im privaten Bereich so einige Ereignisse, auf die alle Beteiligten lieber verzichtet hätten. Und genau deshalb habe ich beschlossen, den Blick nun auf die Sonnenflecken zu richten und meinen persönlichen Jahresrückblick ausschließlich mit Highlights zu bestücken, jawohl!
Beginnen wir doch mit dem größten Rosenstrauß aller Zeiten, den mir Kai Meyer auf der Leipziger Buchmesse in die Hand drückte. Anlass war der Literaturpreis Seraph, den ich für "Der Winter des schwarzen Rosen" in Empfang nehmen durfte (Highlight! Highlight!). Der Vorjahressieger darf übrigens immer die Laudatio für den nächsten Preisträger halten, deshalb ist jetzt schon ein Besuch bei der Leipziger Buchmesse im Jahr 2017 festgetackert. Ich bin schon gespannt, wer im kommenden Jahr den schwarzen Engel mit nach Hause nehmen darf.
Das schönste Geschenk, das ein Autor anlässlich einer Lesung bekommen kann, ist eindeutig diese handgefertigte Schreibfeder aus Glas. Überreicht hat sie mir Benjamin Zapf von der Bibliothek Phantopia in der Technischen Universität in Ilmenau. Ebenfalls bezaubernd waren viele "Bringsel" wie zum Beispiel diese Lese-Eule, die mir eine Zuhörerin nach einer Veranstaltung schenkte. Die Eule leistete mir auf der Zugfahrt nach Erfurt Gesellschaft und begleitete mich dann sogar zurück nach Stuttgart (und sie so lange nicht anzuknabbern, war eine Heldentat). In Erfurt durfte ich in der Kinder- und Jugendbibliothek die am besten besuchte Nachmittagslesung in einem ausverkauften Saal halten. Auch das ein Highlight des Jahres: dass es so viele Menschen aller Altersstufen gibt, die so viel Herzblut und Begeisterung für Bücher mitbringen! Und in Erfurt scheint es sogar ganz besonders viele junge Leseratten zu geben. Großes Kompliment hier an Linnea Müller, die ihr freiwilliges soziales Jahr bei der Erfurter Herbstlese absolviert und mit ihrem Engagement dazu beiträgt, Kinder fürs Lesen zu begeistern. Der magischste Moment war die Entdeckung eines Schauplatzes für meinen neuen Roman (an dem ich gerade schreibe) während einer Lesereise: ein wahrhaft magischer Garten in Salzburg, wo nicht nur Einhörner zu finden sind, sondern auch dieses geflügelte Pferd steht. Und da wir schon bei Lesereisen sind: Der Preis für das sensationellste Zimmer geht an das "Hotel zum weissen Stein" in Sankt Michael im Lungau. Vom Bett aus konnte man direkt in den Sternenhimmel schauen und das war der morgendliche Blick aus dem Fenster. Sternschnuppen und Glanzpunkte waren auch die vielen Mails und Rückmeldungen von Lesern, über die ich jedes Mal wahnsinnig freue - auch wenn ich es nicht immer schaffe, wirklich alle zu beantworten (und das muss 2017 besser werden!). Damit wären wir schon bei der Kategorie Meistgestellte Frage: "Wird es eine Fortsetzung von Der Drache aus dem blauen Ei geben?" Wie schön, dass so viele Lavundel-Fans gerne mehr von dem kleinen Drachen lesen würden! Geplant ist zwar noch nichts, aber ich werde im neuen Jahr mein Bestes tun, um meinen Verlag davon zu überzeugen, Lavundel vielleicht doch noch einmal auf die Reise zu schicken. Die schönste Anthologie war für mich die Fairy-Tale-Fantasy-Sammlung "Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln", herausgegeben von Christian Handel. Die ungewöhnlichste Aktion in diesem Jahr fand in Wetzlar statt. Über unseren Drehtag in der Phantastischen Bibliothek hatte ich ja schon mehrfach berichtet - und es war schön, dabei Kollegen wie Wolfgang Hohlbein, Bernhard Hennen und Bettina Belitz wiederzusehen. Last, but not least: Den leckersten Kuchen habe ich dieses Jahr bei Chefkoch.de entdeckt und sofort gebacken. Trauriger Name, großartiger Genuss! Hier das Rezept.

Und damit wünsche ich euch und Ihnen allen einen wunderbaren Start ins Neue Jahr!

Neu am 18. Dez: Zitronenzucker und Zukunftspost am 4. Advent
Weihnachten rückt näher und das neue Jahr erscheint schon wie ein Wetterleuchten am Horizont. Deshalb soll es an diesem vierten Advent um Zukünftiges gehen, um Ausblicke, neue Wege und Projekte, um Wünsche, Hoffnungen und Ziele. Wer mitmachen möchte, der holt sich jetzt am besten einen Stift, ein Blatt Papier (bitte keinen Fresszettel, sondern einen schönen Bogen, den man für einen Brief verwenden kann) - und einen Briefumschlag. Ja, ihr ahnt es, das wird eine kleine Schreibaufgabe! Denn nicht nur, wenn man Autor ist - oder daran arbeitet, Schriftsteller zu werden, ist das Schreiben etwas sehr Kraftvolles, Schöpferisches, das Räume im Inneren freimachen und Wege bereiten kann. Die Autorin und Therapeutin Silke Heimes fasst das sehr schön zusammen: "In unseren Texten entwerfen wir eine Welt, die ein Gegengewicht zur Alltagswelt darstellt. Schreiben bietet einen Schutzraum, in dem Probehandeln möglich wird, in dem Wege versuchsweise gegangen werden können. Auf diese Weise gewinnen wir zunehmend Klarheit und können Entscheidungen leichter angehen." (Zitat aus: "Schreib es Dir von der Seele - Kreatives Schreiben leicht gemacht", S. 16). Autoren gehen mit genau solchen Prozessen an ihre Stoffe heran, erkunden über das Schreiben die Charaktere und Handlungsweisen ihrer fiktiven Helden. Aber man kann es auch wunderbar für die eigene Biografie verwenden. Bei einigen meiner Kollegen und mir hat sich im Lauf unserer Schreibjahre ein kleines Ritual etabliert, das immer wieder Freude macht und innerlich ein kleines Anstoß sein kann. Wer es ausprobieren möchte, nehme sich nun den Bogen Briefpapier, eine schöne Tasse Tee oder Kaffee und mache es sich an einem heimeligen Platz gemütlich. Und dann stellt euch vor, ihr schreibt an euch selbst einen Brief aus der Zukunft: heute in einem Jahr. Natürlich könnt ihr auch einer fiktiven Person (von mir aus auch einer Romanfigur) schreiben, wie es euch geht, was sich in diesem Jahr verändert hat, was gelungen ist, welche Ziele und Wünsche sich erfüllt haben. Und in diesem Brief dürfen sie sich erfüllt haben! Allerdings sollten es "innere" Wünsche und Ziele sein, nichts, was von außen kommt und von anderen Menschen Handlungen verlangt. Ein Briefabschnitt wie " und außerdem habe ich im Lotto gewonnen und führe nun ein Leben wie die Geißens" hat in dieser Art Brief nichts verloren. Auch Passagen wie: "Mein Ex-Freund stand mit einem Blumenstrauß vor der Tür und flehte mich an, ihn zurückzunehmen" sind - tja - wenig geeignet. Nein, bei dieser Art Brief bleibt man ganz im eigenen Aktionsradius. Mein Brief zum Beispiel würde also definitiv keine Passagen enthalten wie: "Mein neues Fantasy-Buch ist im Herbst erschienen und stürmte die Bestsellerlisten in 13 Ländern. Hollywood kaufte die Rechte - und seitdem habe ich eine Villa auf Malle und lebe wie die Geißens.":
Aber es könnte durchaus darin stehen: "Mein neues Fantasy-Buch ist im Herbst 2017 erschienen. Es ist wieder eine Fantasy-Geschichte für Leser ab zehn Jahren. Und während es in Lillesang um das Element Wasser ging und Silfur viel mit Luft und Wind zu tun hatte (das zeigen auch die Libellen, die als Boten der Elfen auftreten), steht in diesem neuesten Buch das Element Feuer im Vordergrund. Meine Hauptperson ist ein Mädchen, das nicht an Märchen glaubt und Angst vor Feuer hat. Kein Wunder, als Kind hatte sie einen Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann. Aber seitdem hat sie eine Brandnarbe - und seltsame Träume von Flammen und Rauch. Und von Menschen, die sie noch nie zuvor gesehen hat. Sie ahnt nicht, dass diese Träume realer sind, als sie es sich vorstellen kann. Und dass Phönixfeuer heller brennt als jede Kerzenflamme Jedenfalls: Dieses Buch ist inzwischen erschienen und liegt in den Buchhandlungen aus, übrigens mit einem wunderschönen, feurig glänzenden Cover. Aber fast noch schöner ist es für mich, auf dieses Schreibjahr zurückzuschauen. Einiges habe ich nämlich in meiner Art zu arbeiten geändert. Früher pausierte das Leben während der Schreibzeiten komplett, ganz so, als wäre ich in einem Elfenhügel untergetaucht. Diesmal dagegen habe ich mir ganz bewusst Auszeiten und Pausen für Spaziergänge, Treffen mit Freunden, Kino und Kochen genommen. Ich habe außerdem ausprobiert, wie es wäre, nicht mit einem Schreibblock irgendwo zu sitzen und Notizen zu machen, sondern mit einem Voice-Recorder im Wald zu spazieren und Ideen und Passagen, Dialoge aufzusprechen. Und es funktioniert und stößt viele neue Gedanken und Buchideen an "
So in etwa - ich glaube, die Richtung kann man sich vorstellen.
Weitere Anstöße für einen solchen Brief aus der Zukunft können Sätze sein wie: "Im Sommer habe ich die Reise gemacht, von der ich schon so lange träume, und zwar nach (xyz). Ich habe etwas ganz Neues und Experimentelles ausprobiert, und zwar (xyz). Ich habe etwas getan, das mir niemand zugetraut hätte: (xyz), bin einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe es endlich mal gewagt (xyz). Ich habe trotz meines Vollzeit-Jobs endlich mein erstes Romanprojekt in Angriff genommen und jeden Montagabend drei Stunden nur für das Schreiben reserviert und Folgendes in dieser Zeit zu Papier gebracht (xyz) Es war eine schwere Zeit, nachdem ja im Vorjahr (xyz) passiert ist, aber ich habe Folgendes getan, um mich besser zu fühlen/aus dem Loch rauszukommen/etwas zu verändern (xyz) Und es hat funktioniert. Heute fühle ich mich (xyz)"
Also: Einfach kreativ sein, in Gedanken weiter gehen, als man sich im wahren Leben bisher gewagt hat. Sich ausmalen, wie man lebt, wenn man all das umgesetzt hat, wie man sich dann fühlt - und sich beim Schreiben auch diese Gefühle genau vergegenwärtigen und sie zu Papier bringen. Den Brief dann beenden (mit guten Wünschen!!!), in den Briefumschlag legen und diesen zukleben. Und nun kommt das kleine Ritual: Man kann den Brief in eine Schublade legen. Aber netter und schöner ist es, wenn man ihn frankiert und an sich selbst adressiert. Und ihn dann jemandem anvertraut, der ihn einige Monate aufbewahrt. Das kann ein Freund sein, ein Verwandter - auf jeden Fall jemand, der sich eine Erinnerung in den Kalender schreibt und die Zukunftspost irgendwann im Laufe des Jahres in den Briefkasten wirft und (ohne Vorankündigung!) an euch zurückschickt. Wann genau, entscheidet er/sie, und man selbst bekommt irgendwann im Laufe des Jahres diesen Brief aus der Zukunft. Man staunt oft, wieviel von dem, was man darin aus der Zukunft an sich selbst geschrieben hat, sich bewahrheitet hat. Vielleicht, weil man schreibend schon den Weg in seinem eigenen Inneren dafür geebnet hat? Und manchmal kann das Lesen des Briefes einen daran erinnern, wohin man eigentlich wollte in diesem Jahr - und man kann noch ein paar Weichen stellen. Auf jeden Fall bringt einen ein solcher Brief ein wenig mehr in Kontakt mit sich selbst und den eigenen Wünschen.
Probiert es aus - als Technik, die man auch für das kreative Schreiben nutzen kann, oder einfach als persönliches Jahresend-Ritual. Ich wünsche euch viel Spaß damit, erhellende Stunden und viel, viel Schönes im kommenden Jahr! (Und ich freue mich tatsächlich darauf, dass im Herbst 2017 mein nächstes Buch erscheint!)

Orakelgebäck für Weihnachten und Neujahr
Die Zukunft kann man natürlich weder festschreiben noch backen, aber man kann auch mit diesem Gebäck ein paar neue Wege ausprobieren. Dafür braucht man:

Für den Teig (und viele Plätzchen):
100 Gramm weiche Butter
300 Gramm Zucker
ca 700 Gramm Mehl
3 Teelöffel Rum
1 Bio-Zitrone (mit essbarer Schale)
3 Eigelb (manche nehmen auch 4, aber ich finde, mit drei geht es prima)
Puderzucker (eine Packung)

Für die Füllung:
Pergamentpapier (Backpapier)
Buntstifte (die ungiftige Version für Kinder, zur Not geht aber auch ein Bleistift. Aber keine Sorge, die Stifte landen natürlich nicht in der Füllung.)

Und so wird es gemacht:
Butter und Zucker schaumig schlagen, Eigelb dazugeben und gut verrühren. Mehl und Rum dazugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig unter einem Küchentuch ruhen lassen. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Den Teig in kleine Portionen trennen und diese zu kleinen Ovalen ausrollen. Diese mit ein wenig Mehl "trockenstauben".
Nun kommt das Pergament ins Spiel: In kleine Streifen oder Zettelchen schneiden - so viele an der Zahl, wie Plätzchen gebacken werden sollen. Auf jedes Zettelchen schreibt man eine Glückskeks-Weisheit (wie das hübsche Motto von Katherine Hepburn: "Wer immer alle Regeln befolgt, verpasst den ganzen Spaß.") oder eine experimentelle Tagsaufgabe (z.B.: "Heute 3 Fremde nach ihrem Lieblingsrestaurant fragen" oder "Heute mal das Gegenteil tun"). Zettel sehr klein falten und in das Oval einklappen. Die Ränder gut zusammenstanzen und drücken. Ab in den Ofen für ca. 10 bis 15 Minuten (je nachdem, wie dick der Teig ist). Währenddessen den Zuckerguss vorbereiten: Zitronenschale abreiben, die Zitrone auspressen. Saft Löffelchen für Löffelchen dazugeben, während man im Puderzucker rührt, aber Vorsicht, dass der Zuckerguss nicht zu dünnflüssig wird (meiner Erfahrung nach reicht eine halbe Zitrone locker für 250 Gramm Puderzucker). Zitronenschale dazugeben. Die abgekühlten Plätzchen mit dem Zitronenguss bestreichen und den Guss fest werden lassen. Nun kann man seinen Gästen das kleine Plätzchen-Orakel anbieten oder es Tag für Tag selbst aufessen. Die Tagesaufgaben schubsen einen sanft aus der Komfortzone und ermöglichen kleine neue Erfahrungen, die wertvoll sein können. Auf jeden Fall aber versüßen sie den Tag!

Neu am 11. Dez: Einen schönen Advent mit Holla & Humpis!
Die dritte Kerze brennt - und ich möchte euch heute in die Vergangenheit entführen, in die Sagen- und Sinneswelt des späten Mittelalters, die Zeit der beginnenden Hexenverfolgung, in der mein historischer Roman "Feuerrot" spielt. Wer den Roman bereits gelesen hat, weiß, dass es darin auch um Aberglauben und Alltagsmagie geht, Liebes- und Schutzzauber, um Hexen und dämonische Unholde, von denen die Menschen sich im Ravensburg des Jahres 1484 bedroht fühlten. Rituale weißer Magie, Flüche, Bannzauber, all das gehörte damals zum Weltbild. Und natürlich glaubte man auch an geisterhafte Sagengestalten, denen wir heute noch in Märchen begegnen. Zum Beispiel Frau Holle! Im Märchen kennen wir sie heute als gütige Frau, die ihre Federbetten schüttelt, um es auf der Erde schneien zu lassen. Sie belohnt fleißige Mädchen und bestraft die Faulen. Die "Holla" in ihrer mittelalterlich-düsteren Version konnte da allerdings schon furchteinflößender sein. An manchen Orten auch als hakennasig-hexenhafte "Percht" bekannt, ging sie mit den Faulen viel rabiater um. Ihnen schnitt sie schon mal die Bäuche auf. In ihrer lichten, weißen Gestalt wurde sie jedoch als Schutz- Heilungsgöttin verehrt, als Göttin der Jahreszeiten, die im Winter gegen das Dunkel ringt, um dem Frühling den Weg zu ebnen. Als Wassergöttin hütete sie in Seen und Gewässern die Seelen der ungeborenen Kinder. Auch das Spinnrad haben die Menschen ihr zu verdanken, sie hat, so die Sage, den Menschen beigebracht, Wolle zu spinnen. Und in den Winternächten ging sie umher und sammelte die verlorenen Seelen Verstorbener ein. Dieser "Seelenzug" folgte ihr dann ihr Reich, um friedlich der Wiederauferstehung entgegenzuschlafen.
Ihr Strauch ist (wie der Name Holla schon vermuten lässt) der Holunderstrauch. Im Mittelalter waren Früchte, Rinde und Holz ein fester Teil jeder bäuerlichen Hausapotheke. Weihegaben für Holla/Percht wurden unter diesem Busch dargebracht. Da verwundert es nicht, dass man auch Grabkreuze gerne aus Holunderholz machte. (In manchen Gegenden, zum Beispiel in Tirol, ist es heute noch Brauch, frische Holunderzweige aufs Grab zu legen). Manche dieser Kreuze sollen übrigens wieder ausgeschlagen haben, was als gutes Zeichen gewertet wurde. Dann hatte Holla diese Seele nämlich gnädig in der Erde aufgenommen und friedlich zur Ruhe gebettet. Die noch Lebenden konnten den Hollerbusch darum bitten, ihre Gebrechen und Sorgen der Göttin zu übergeben, die sie dann zum Guten wenden würde. Wer es mit seinen Kopfschmerzen versuchen möchte, kann ja mal einen Holunderzweig nehmen und folgende überlieferte Formel sprechen: "Holunderast, ich heb' dich auf; Kopfweh setz' dich hurtig drauf."

Die Humpis-Sonntagssuppe
Jetzt, in der dunklen Winterzeit, in der Holla herumwandert und die toten Seelen einsammelt, ist es umso schöner, abends mit einer warmen Suppe zu Hause zu sitzen und bei Kerzenschein die Vorweihnachtszeit zu genießen. In meinem Buch "Feuerrot" wird viel gekocht und auch gefeiert. Und das Winterrezept, das ich heute weitergeben möchte, wäre im Jahr 1484 etwas ganz Besonderes gewesen. In dieser Form hätten diese Suppe nämlich nur bei wohlhabenden Familien auf dem Herd gestanden. Einige Zutaten konnten sich damals nur die "Pfeffersäcke" leisten - also die reichen Bürger, die so etwas Teures und Kostbares wie Pfeffer, Ingwer und importierte Südfrüchte bezahlen konnten. Für eine der Figuren aus "Feuerrot" war das kein Problem: Onofrius Humpis (der tatsächlich gelebt hat) war einer der reichsten Männer Ravensburgs und einer der Big Player der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, die damals Fernhandel mit Gewürzen und Luxusgütern betrieb. Die Orange, die für das Rezept verwendet wird, wäre damals ein echtes Luxusgut gewesen und würde wohl aus einem der Länder stammen, in denen die Ravensburger Handelsgesellschaft ihre "Gelieger" (Niederlassungen) hatte: Italien oder Spanien.
Sodann!
Für die Humpis-Sonntagssuppe nehme man (für 4 Personen):
600 Gramm Möhren (geschält und kleingeschnitten)
2 Zwiebeln (gehackt)
4 Knoblauchzehen (geschnitten)
Ein fingerdickes Stück Ingwer (gewürfelt)
200 Gramm rote Linsen
1,5 Liter Gemüsebrühe
Frisch gemahlener Pfeffer (teuer, teuer!)
Saft von einer großen Orange (im Hause Humpis nimmt man gerne etwas mehr Saft, die Gäste sollen ja schmecken, dass der Gastgeber sich was leisten kann.)
1 Esslöffel Honig
5 Esslöffel Sahne
Die Möhren mit den Zwiebeln, dem Knoblauch, dem Ingwer und den Linsen in der Brühe kochen. Mit Salz und Pfeffer würzen und cremig pürieren. Orangensaft, Honig und Sahne einrühren und noch ein, zwei Minuten simmern lassen. Wärmt wunderbar Leib und Seele!

Neu am 4. Dez: Advent, Advent, der Krampus rennt!
Schon brennt die zweite Kerze - und wie man an dem formschönen "Krampus" auf dem Lebkuchen sehen kann, führt uns unser Vorweihnachts-Marathon heute zu phantastischen Kreaturen. Für alle, die noch nie in Österreich waren: Hier wird der Nikolaus nicht von Knecht Ruprecht begleitet, sondern von einem echten Horrorwesen: Der gehörnte Krampus mit der langen Teufelszunge wartet nur darauf, Kinder, die nicht brav waren, in seine messerscharfen Krallen zu bekommen und zu verschleppen - vielleicht sogar ins Grauland? Und damit sind wir schon bei "Der Winter der schwarzen Rosen".
Wer den Roman gelesen hat, hat sicher bemerkt, dass darin viele Motive und Wesen auftauchen, die man aus Märchen und Sagen verschiedener Länder kennt. Schwarze Rosen spinnen eine verwunschene Burg ein, ein magischer Steinbock bewacht im Gebirge den Garten der Feen - und jeder im Lande Taris fürchtet ein geheimnisvolles Ungeheuer, das im Grauland lebt. "Die Einheimischen setzten keinen Fuß in das Grauland, weil dort das Totenwesen umging", so erzählt das Mädchen Liljann im ersten Kapitel des Romans. "Mila wagte nur im Flüsterton von ihm zu sprechen. Sie nannte ihn den Corent und machte mit dem Zeigefinger sofort ein Bannzeichen über ihren Lippen, wenn sie diesen Namen ausgesprochen hatte. Es war ein Dämon, der Mensch und Tier verschlang, mit Haut und Seele."
Klingt gruselig? Oh ja! Und solche Kreaturen à la Corent sieht man in verschiedenen Ländern genau jetzt in der dunklen Jahreszeit durch Straßen und Gassen laufen. In Österreich kann man ihnen derzeit bei den gefürchteten "Krampusläufen" begegnen. Wer sich nicht schnell in Sicherheit bringt, wird von den Gehörnten mit Fackeln und Forken durch die Straßen verfolgt und trägt sogar blaue Flecken davon. In Slowenien heißen die in Pelz gehüllten und mit langen Hörnern und Zähnen bewehrten Ungeheuer "Kurent". Und an diesem Namen sieht man schon, woher die Inspiration für das Totenwesen "Corent" in meinem Roman stammt. Für mich war es deshalb ein Déja-vù mit Gänsehaut, als ich vor einer Woche auf Lesereise in Österreich war. In Salzburg hatte ich zwischen den Lesungen Gelegenheit, durch die Stadt zu wandern und dabei gleich mehreren Krampus-Kurent-Corent-Wesen zu begegnen. Unter anderem in der Werkstatt eines jungen Holzbildhauers, dem ich dabei zusehen durfte, wie er wirklich schaurige Krampus-Masken schuf (rechts hinter dem Künstler ist übrigens ein komplettes Kostüm samt Maske zu sehen). Wer solchen Wesen lieber nicht im Dunkeln begegnen möchte, bleibt am besten zu Hause, eingemuckelt auf dem Sofa, in der Hand einen Kelch mit einem feurigen, wärmenden Trunk mit Zimt und Zucker, der mit Vanillesüße Lebensgeister weckt und mit seinem Feuer alle Dämonen des Winters vertreibt:

"Lady Jamalas Wintertrunk"
1 Liter Wasser, zwei Vanilleschoten, Ingwer (frisch), drei bis vier Teebeutel mit schwarzem Tee (je nachdem, wie kräftig man den Tee mag), Zimt, Kardamom, schwarzer Pfeffer, Anis, Gewürznelkenpulver und Zucker (wer mag, spart eine der beiden Vanilleschoten und ersetzt sie mit einer Packung Vanillezucker). Die Zubereitung ist sehr einfach: Das Wasser zum Kochen bringen, von der Kochstelle nehmen. Die Vanilleschoten auskratzen, nur die Schoten in das heiße Wasser geben. Den frischen Ingwer, den man geschält und in dünne Scheiben geschnitten hat, dazugeben. Einen halben Teelöffel Zimt, eine Messerspitze Kardamom, eine sparsame Messerspitze Nelkenpulver, eine Prise Anis und Pfeffer einrühren. Ziehen lassen, bis der Trunk so scharf und kräftig ist, dass man ihn gerade noch so ohne tränende Augen trinken kann. Durch einen Teefilter abgießen, damit die Gewürze nicht im Kelch landen. Nun noch das Vanillemark in den Trank einrühren und großzügig mit Honig oder Zucker süßen (was Lady Jamala natürlich niemals tun würde).

Neu am 27. Dez: "Film ab!" am ersten Advent!
Wie versprochen, starte ich mit meinem kleinen Weihnachtsmarathon. Jeden Sonntag gibt es hier eine neue Kerze und ein bisschen Zeitvertreib, um die Wochen bis Weihnachten zu verkürzen. Dazu noch eine Prise "Zimt und Zucker" zum Backen und Genießen. Doch zuerst etwas für Augen und Ohren: Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Spendenaktion für die Phantastische Bibliothek Wetzlar? Im Sommer haben sich dort einige Autoren getroffen und wir haben gemeinsam einen Film gedreht, um die Phantastische Bibliothek vorstellen. Mit von der Partie waren Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein, Bettina Belitz, Diana Menschig und Ju Honisch. Wer unseren Film noch nicht gesehen hat, der findet ihn hier: Film ab!
Aber wo gedreht wird, passieren auch Pannen, und heute - tadaa - präsentiere ich im exklusiven Adventskino die "Bloopers" unseres Drehtages. (Und hoffentlich hauen mich meine Kollegen dafür nicht ...) Viel Spaß!
Und unser "Zimt und Zucker"-Teil steht heute ganz in der Tradition von "Silfur - Die Nacht der silbernen Augen". Es ist ein Rezept für isländisches Weihnachtsgebäck, das nicht nur die Hauptfigur dieses Romans für ihr Leben gerne isst:

"Trollbrot" à la Élin
Laufabraud (auch "Blätterbrot" oder "Schneeflockengebäck" genannt) gehört zur isländischen Weihnachtszeit wie bei uns Zimtsterne, Lebkuchen und Weihnachtsgans. Seit dem 18. Jahrhundert ist das Rezept schriftlich belegt, aber ganz bestimmt wurden die dekorativen, hauchdünnen Brote auch vorher schon gebacken. Im Jahr 1906 sah eine mit Laufabraud festlich gedeckte isländische Weihnachtstafel so aus: https://braudbrunnur.wordpress.com/
In Island bekommt man das "Blätterbrot" jetzt in der Vorweihnachtszeit in jedem Laden, entweder fertig oder als Teig, der in der heimischen Pfanne nur noch ausgebacken werden muss. Wer Lust hat, diese isländische Tradition in der heimischen Küche aufleben zu lassen, der nehme (für sechs Menschen oder drei Elfen):

1 Kilo Weizenmehl
600 ml Milch
30 Gramm Zucker
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Backpulver
1 Esslöffel Butter
Fritierfett und eine tiefe Pfanne

Und so geht es:
Die Milch erhitzen (ohne zu kochen) und die Butter darin schmelzen.
Milch mit den trockenen Zutaten vermischen.
Den Teig zu festen Rollen formen und in ein etwas feuchtes Tuch einrollen.
Eine Weile ruhen lassen, dann die Rollen in kleine Stücke schneiden und diese dann sehr dünn zu runden Scheiben ausrollen (Élin sagt, sie müssen so dünn sein, dass man durch den Teig hindurch noch die Überschriften in ihrem Zwergen-Märchenbuch lesen könnte). Mit Hilfe eines Tellers kann man die Scheiben ganz rund schneiden.
Dann mit dem Messer dekorative Muster in den Teig schnitzen (Weihnachtsbäumchen sehen hübsch aus, man kann aber auch Dreiecke ausschneiden oder ein Schneeflockenmuster hineinritzen. Élins Lieblingsmotiv sind grinsende Trollfratzen mit dreieckig ausgestanzten Zähnen).
Fritierfett in einer tiefen Pfanne erhitzen.
Jeweils eine Scheibe ins Fett legen. Sobald die Scheibe oben schwimmt, umdrehen und ein paar Sekunden weiterfrittieren, bis das Gebäck goldbraun ist. (Vorsicht: das geht bei dem dünnen Teig wirklich schnell!)
Die Scheiben auf Küchenkrepp legen und das Fett abtupfen.
Und fertig ist das Laufabraud! Es hält sich mehrere Wochen und wird traditionellerweise zum Beispiel mit Hammelfleisch gegessen. Guten Appetit!

Neu am 23. Nov: Weihnachtscountdown!
Hui, die Zeit rennt schneller als zehn Rentiere mit dem Schlitten! Am 27. November ist schon der erste Advent. Und damit die Zeit bis Weihnachten noch ein wenig schneller und bunter vergeht, starte ich hier an den vier Sonntagen einen kleinen Advent-Marathon mit News und sonstigem Allerlei. Wenn ihr Lust und Zeit habt (oder einfach eine Verschnaufpause vom Vorweihnachtsrummel braucht), schaut ab nächsten Sonntag hier vorbei. Und ja: Es gibt auch virtuelle Plätzchen mit viel Zimt und Zucker!

Neu am 22. Nov: Jeden Tag eine Adventgeschichte
Wer seine Kindern in der Vorweihnachtszeit auf eine literarische Entdeckungsreise zu Weihnachtswichteln, Nasenbären und lebendigen Spielzeugfiguren mitnehmen will, der findet jetzt ein ganz besonderes Schmuckstück beim Buchhändler: "24 wunderschöne Geschichten bis Weihnachten", so heißt der Adventskalender in Buchform, herausgegeben von Natalie Dörpinghaus. 24 Autoren haben je eine Weihnachtsgeschichte beigesteuert. Der Clou: Die Seiten dieser Anthologie sind noch zusammengeheftet, jeden Tag kann man mit dem Brieföffner also eine neue, witzig illustrierte Story "öffnen". Und einen herausnehmbaren Wunschzettel gibt ebenfalls! Meine Adventsgeschichte heißt übrigens "Potta und die Weihnachtskerle" und hier ist der Link zum Buch.

Neu am 14. Nov: Leserunde "Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln"
Apropos Lovelybooks: Hier startet gerade eine Leserunde zu der legendären Fantasy-Anthologie, die im Oktober im Drachenmond Verlag erschienen ist. Ich glaube, es wird eine richtig schöne Runde, denn mit von der Partie ist nicht nur der Herausgeber Christian Handel himself, auch einige Autoren lesen und diskutieren mit. Hier geht es zum direkten Klick:
https://www.lovelybooks.de/autor/Julia-Adrian/Hinter-Dornenhecken-und-Zauberspiegeln-1325705282-w/leserunde/1358690703/

Neu am 13. Nov: 5 Fragen an ... Tatiana Zhabitskaya
Es ist einige Jahre her, dass im Verlag Ripol-Klassik in Moskau das erste Buch aus meiner Feder ins Russische übersetzt wurde. Es war Faunblut und damals hatte ich das große Vergnügen, mit Tatiana Zhabitskaya in Kontakt zu treten. Sie ist nicht nur eine wunderbare und sehr einfühlsame Literaturübersetzerin mit einem Gespür für Zwischentöne und die "Sprachmelodie" eines Textes, sondern auch eine begeisterte Leserin, für die Literatur und Sprache einfach zum Leben gehören. Und ich freue mich ganz besonders darüber, sie heute hier vorstellen zu dürfen! Klick zur Rubrik!

Neu am 21. Okt: "Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln"
"Traust du dich, einen Blick hinter den Spiegel zu werfen? Entdecke eine Welt, in der die Feen zum Klang fluchbeladener Harfen tanzen und Geheimnisse wohl verborgen hinter Brombeerhecken schlummern. Folge den Spuren derer, die du zu kennen glaubst. Doch gib acht - im Märchenreich ist nichts so, wie du es erwartest !"
Neugierig geworden? Das ist der Klappentext der Fantasy-Anthologie "Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln", die pünktlich zur Buchmesse im Verlag Drachenmond erschienen ist. Herausgeber ist Christian Handel alias Darkstar von fantasy-news.com. Und Alexander Kopainski hat ein wirklich wunderbares Cover gezaubert. Der Inhalt: Fairy-Tale- Fantasy von Autoren wie Christoph Marzi, Tanja Kinkel und Juliet Marillier. Und auch junge Stimmen wie Anna Milo geben in dieser Sammlung ihr Debüt! Ich freue mich, in diesem Schmuckstück ebenfalls mit einer Kurzgeschichte dabei zu sein. Wer auf der Buchmesse im Buch blättern möchte, der ist herzlich eingeladen, am Sonntag zur Buchvorstellung und Signierstunde an den Stand des Drachenmond Verlags zu kommen: Halle 3, Stand K2 um 10:45 Uhr!
Anwesend sein werden Christian Handel, Julia Adrian, Mara Lang, Anna Milo und ggf. der eine oder andere Überraschungsgast. Ich werde es leider nicht sein, denn ich bin in diesem Jahr nicht in Frankfurt, sondern auf Lesereise. Aber ich wünsche euch viel Spaß und schöne Stunden auf der Messe (und hinter den Zauberspiegeln )

Neu am 12. Okt: Danke an alle Freunde der Phantastischen Bibliothek!
Mit einem Paukenschlag ist der Spendenmarathon für die Phantastische Bibliothek Wetzlar gestern zu Ende gegangen: Im Endspurt wurde tatsächlich die 10.000-Euro-Marke erreicht! Wahnsinn! Vielen lieben Dank an alle, die mitgewirkt und so viel gespendet haben! Es war toll zu sehen, wieviele Fans sich angeschlossen haben und wieviel Werbung für die Aktion auch von Bloggern gemacht wurde (ein ganz herzliches Dankeschön hier auch noch einmal an Anka und den Bücher- und Blubberstammtisch! www.ankas-geblubber.de

Neu am 20. Juli: Interview auf stuttgartdiary.de
Vor einigen Tagen hatte ich die Ehre und das große Vergnügen, mich mit Emma von Bergenspitz zu einem Interview zu treffen. Wer Emma noch nicht kennt (was nur bei Nicht-Stuttgartern eventuell der Fall sein könnte): Sie ist Journalistin, Moderatorin, Bloggerin und schreibt DAS Stuttgart-Tagebuch mit allem, was man über die Stadt wissen muss, aber nicht in den Reiseführern findet. Geheimtipps aller Art sind ihre Spezialität. Und von Zeit zu Zeit stellt sie auch Leute aus ihrer Stadt vor. Hier geht es direkt zum neuesten Interview!

Neu am 18. Mai: Film ab für die Elfen!
Auf Youtube gibt es schon mehrere Rezensionen zu "Silfur - Die Nacht der silbernen Augen". Wie schön! Danke für diese wunderbaren Rückmeldungen, ich freue mich sehr darüber! Wer auch einmal reinklicken möchte, hier eine Auswahl an Links:
The Empire of Books, bibliofee, Kapitälchen, Padi LoveBooks, Glacyneyla, Doreen Frick

Neu am 2. Mai: Rückblick auf das Lesefestival Ravensburg
Langsam geht ein turbulenter Lesefrühling in die Sommerpause über. Und ein richtig schöner Abschlussknaller mit Feuerwerk war das Ravensburger Lesefestival! Vier Tage lang drehte sich in der Stadt alles ums Lesen, überall fanden Veranstaltungen statt. Mit von der Partie waren unter anderem die Autoren Gina Mayer, Jaromir Konecny und Alexandra Fischer-Hunold. Und ich war natürlich auch vertreten, schließlich spielt der neue historische Roman "Feuerrot" im Ravensburg des 15. Jahrhunderts. Was lag da näher, als eine literarische Stadtführung zu den Schauplätzen des Romans zu machen? Dieses Experiment hat sehr viel Spaß gemacht! Zweimal startete ich mit einer Gruppe von etwa 20 Zuhörern, bewaffnet mit Kopfhörern und Mikrofon ging es von Station zu Station. Beginnend im Museum Humpis-Quartier in der Marktstraße (im 15. Jahrhundert die Wohnstraße der reichen Patrizier) in das historische Geldrich-Zimmer aus dem Jahr 1436 im Musikhaus Lange. Dieses Haus gehörte einst der Familie Geldrich (Ammann Geldrich spielt im Roman eine wichtige Rolle) und man kann sich gut vorstellen, wie prächtig die Gastgelage in solchen Räumen gewesen waren. Danach machten wir in der Liebfrauenkirche Station. Hier hielt Heinrich Kramer im Jahr 1484 seine Antrittspredigt - und dieses Kapitel aus dem Buch las ich in der Kirche natürlich auch vor. Die nächste Station war Maddas Heimat: die Unterstadt, wo im Mittelalter die ärmeren Leute und einfachen Handwerker lebten. Im Bogen ging es dann zurück zum Grünen Turm, der einst als Kerker für die verdächtigten Frauen diente, und schließlich zum Rathaus, wo den "Hexen" der Prozess gemacht wurde. Hier ist ein kleiner Filmbericht zur Stadtführung von Regio TV Bodensee.
Und ein paar Fotos von der Führung auf der Ravensburger-Homepage, die besonders schön einige Schauplätze unser literarischen Führung zeigen.

Neu am 25: Fotoalbum zu "Silfur"
Wer meine Bücher kennt, weiß um meinen Tick, für jedes Buch eine Recherchereise zu machen, damit später im Buch auch wirklich jedes Detail authentisch beschrieben ist. Für Silfur habe ich mich nach Island begeben und einige Wochen lang die Hauptstadt Reykjavík unsicher gemacht. Seit heute ist nun das Album zu dieser Tour online. Wer Lust hat, sich mit den Hauptfiguren Fabio und Tom auf die Spuren isländischer Geheimnisse zu begeben, der folge mir nun ins Land der Vulkane, Gletscher und magischer Wesen!

Quadrat News 31.12.16

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