Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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Rubrik Fantasy, Historie, Krimi, Kinderbuch


Schwedenschloss Skandal im alten Königsschloss in Uppsala: Ein wertvolles Medaillon ist verschwunden. Dem detektivischen Spürsinn der Scheuermagd Elin ist es zu verdanken, dass das Schmuckstück bald gefunden wird. Königin Kristina gefällt das widerspenstige Mädchen so gut, dass sie Elin kurzerhand nach Stockholm mitnimmt. Doch im Schloss Tre Kronor lernt Elin nicht nur den Glanz des Hoflebens kennen. In Deutschland tobt der Dreißigjährige Krieg, die schwedischen Adligen kämpfen um ihre Kriegsbeute und Kristina muss sich gegen Intrigen zur Wehr setzen. Die Situation spitzt sich zu, als Elin einem Attentäter auf die Spur kommt ...

Dinnerschwäne und "Choklad kakor" (Fotoalbum)
Es begab sich im März 2005, als ein Traum in Erfüllung ging: eine Recherchetour nach Stockholm. Gleichzeitig war es auch eine Reise in das siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert, die Zeit, in der "Der Spiegel der Königin" spielt. Fünf Tage lang durfte ich durch Prunkräume flanieren, Museen und uralte Gässchen inspizieren und auch einen Ausflug auf den zugefrorenen Mälarsee machen. Sogar ein echter Elch war mit von der Partie! Zum Schwedenalbum


Kristina von Schweden (1626 - 1689)
Warum gerade diese Königin als Hauptperson in einem Roman? Weil Kristina von Schweden eine sehr interessante, ambivalente Persönlichkeit war! Die Tochter des großen Königs Gustav Adolf II von Wasa galt als hochbegabt, beherrschte viele Sprachen und ritt und jagte wie ein Mann. Auf der einen Seite galt sie als exzentrisch und verschwendungssüchtig, auf der anderen als pflichtbewusst, arbeitsam und klug. Sie weigerte sich zu heiraten und ließ sich auch in ihrer Politik nicht gern etwas vorschreiben. Unter anderem setzte sie sich gegen den "kriegslüsternen" schwedischen Adel durch und trieb energisch die Friedensverhandlungen in Deutschland voran. So war sie maßgeblich daran beteiligt, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden. Während ihrer Regierungszeit wurde ihr Hof zu einem der geistigen Zentren Europas. Am 16. Juni 1654 unterschrieb sie ihre Abdankung, ging nach Rom und konvertierte zum katholischen Glauben. Umstritten ist ihre Persönlichkeit bis heute, auch die Frage nach ihrer sexuellen Orientierung, begründet durch ihr inniges Verhältnis zu der schönen Ebba Sparre, die in historischen Quellen mal als "Freundin", mal als "Bettgenossin" beschrieben wird, gab seit jeher Anlass zu Spekulationen.

Spiegelbilder
Auch wenn sehr viele Quellen und Beschreibungen von Zeitzeugen existieren, bleibt gerade bei umstrittenen Persönlichkeiten wie Kristina die Situation für einen Schriftsteller eine Art Ratespiel: Man war nicht dabei, man kann nicht wissen, wie sie wirklich dachte, fühlte und liebte. Ich habe im Roman einen Weg gesucht, Kristinas Persönlichkeit so genau wie möglich zu beschreiben, ohne mir anzumaßen, in ihr Innerstes sehen zu können, und vor allem: ohne zu werten und zu entscheiden, was wahr ist und was nicht. Und schließlich habe ich einen Trick gefunden: Kristina hat ein "Spiegelbild", ein junges Mädchen, das ihr sehr ähnlich ist. Ebenso wie Kristina ist Elin sehr intelligent, temperamentvoll, neugierig und begeisterungsfähig. Sprachen lernt sie am besten nach Gehör und auch mathematisch ist sie sehr begabt. Und wie es bei ähnlichen Charakteren häufig der Fall ist, geraten diese beiden temperamentvollen Frauen im Laufe des Romans mehr als einmal aneinander. Spiegelbildliche Lebensstationen finden sich verfremdet auch bei den Themen Liebe und Religion, bei ihrem Wunsch, jenseits der Konventionen zu leben und in der Sehnsucht nach anderen Ländern. Und während ich Elin nach Herzenslust Worte in den Mund legen durfte, zitiere ich Kristina hauptsächlich anhand ihrer Memoiren, um so nah wie möglich an der historischen Persönlichkeit zu bleiben.

"Ich liebe den Sturm, ich fürchte die Stille."
Womit wir schon bei der Recherche wären! Kristina hat in ihrem Leben sehr viel aufgeschrieben - Zitate wie das oben angeführte, Aphorismen, Abhandlungen zu den verschiedensten Themen und vor allem auch sehr ausführliche Erinnerungen an ihre Kindheit. Außerdem pflegte sie einen umfangreichen Briefwechsel mit den Wissenschaftlern, Politikern und Philosophen ihrer Zeit, so auch mit René Descartes. Auf den Spuren dieses Philosophen, der im Jahr 1650 in Stockholm starb, wurde die Recherche dann richtig spannend. Bis heute gibt es Spekulationen darüber, ob René Descartes wirklich an einer "verderblichen Lungenentzündung" starb, oder ob nicht doch jemand nachgeholfen hat - mit Gift zum Beispiel. Interessant ist nämlich die Tatsache, dass Kristinas Leibarzt, Doktor van Wullen, tatsächlich einen verschlüsselten Brief mit dem im Roman beschriebenen Krankheitsverlauf an den befreundeten Arzt Dr. Willem Piso schickte. Ich habe die These von einer möglichen Vergiftung als Gedankenspiel aufgegriffen und mich bei der Beschreibung von Descartes' letzten Lebenstagen auf den Inhalt dieses Schriftstücks bezogen. Der Originalbrief ist im Buch "Der (Mord-) Fall Descartes - Eine kriminologisch-medizinische Untersuchung" von Dr. Eike Pies in voller Länge abgedruckt.

Wohnen bei Helga Lundell
Oft hat Bed & Breakfast etwas von einem Roulette. Man kann richtig schön danebengreifen. Oder einen Volltreffer landen. Bei meiner Recherchereise nach Stockholm war das Glück voll und ganz auf meiner Seite - ich landete bei Helga und Lars Lundell, mitten im Stadtzentrum, in einem wunderschönen, ruhigen Zimmer. Ich habe mich nicht als Tourist oder Besucher gefühlt, sondern als Gast der Familie Lundell. Was lag da näher, als meinen Gasteltern als kleines Dankeschön zwei kleine Rollen im Roman zu geben? Authentisch besetzt ist die gleichnamige Figur der Helga Lundell, die natürlich besonders gut kocht und ein großes Herz hat. Ob Lars reiten kann, habe ich nicht gefragt, aber sein Wortwitz und seine direkte, sympathische Art habe ich Elins Reitlehrer Lars Melkebron geliehen. Wer übrigens auch einmal bei Helga und Lars in Stockholm wohnen möchte, kann gerne bei mir nach der Kontaktmail fragen!




Die gebundene Ausgabe (Hardcover):

Hardcover 320 Seiten, 14.95 Euro (D)
ISBN: 3-4733-5257-8, Verlag: Ravensburger, 2005

Seit Anfang 2008 ist diese Ausgabe leider vergriffen und somit nicht mehr im Buchhandel lieferbar. Wer noch ein Exemplar ergattern möchte, wird aber sicher noch in einem modernen Antiquariat oder bei Ebay fündig.












Quadrat News 10.08.17

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Impressum: Nina Blazon, USt-IdNr.: DE227815019, c/o: Lese-Agentur Sabine Fecke, Meisenweg 10, 70565 Stuttgart
Tel: 0711/7804306, info02@lese-agentur.de oder s.fecke@ninablazon.de