Nina Blazon - Buchautorin - Im Bann des Fluchträgers

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Rubrik Fantasy, Historie, Krimi, Kinderbuch


Tod "Aber ist der Tod nicht etwas, das jedem Menschen gehören sollte? Das euch alle gleich macht? Was ist ein ewiges Leben wert, Moira? Ohne Erneuerung, ohne Werden und Vergehen. Eine Seele braucht das Wachsen und sie ist bereit zu vergehen. Was wird aus ihr, wenn sie in der Ewigkeit gefangen ist? Wenn nichts mehr einen Wert hat, weil nichts vergänglich ist?"






Auf Lady Mars Spuren
Ein Charakter, der mir schon in Faunblut sehr am Herzen lag, war und ist Lady Mar, die Herrin des Todes. Als ich Faunblut schrieb, konnte ich am Ende allerdings nur ganz kurz ihre Maske lüften, alles andere hätte beim Showdown zu weit geführt. Aber ich wusste, ich muss unbedingt noch einmal ihren Spuren folgen - und zwar in einem neuen Roman, der sich um die Welt der Todesbotinnen dreht. Und das ist er nun: Ascheherz! Hier ein kleiner Werkstattbericht, wie Lady Mar und ihre Dienerinnen entstanden sind:

Knochenmann und Todesfrau
Wer sich die Darstellungen des personifizierten Todes in verschiedenen Kulturen anschaut, dem fällt sicher auf, dass der Tod nicht überall männlich ist. In vielen Ländern ist er eine Frau. Es gibt zum Beispiel ein wunderbares Gedicht der russischen Lyrikerin Olga Beschenkovskaja. Sie beschreibt den Tod als weiß gekleidete Frau, die am Friedhofstor wartet. Auch im Slowenischen und Kroatischen ist "smrt" weiblich, und ebenso im Spanischen, "la muerte" bzw. im Italienischen "la morte". Und das sind nur einige Beispiele. Ich fand diesen Bezug viel stimmiger als die Vorstellung eines "Knochenmannes" - Frauen geben das Leben und nehmen es wieder. So entstand die Idee zu den "Zorya" (den Namen habe ich mir aus der südslawischen Mythologie geliehen. Hier sind die Zorya die drei Schicksalgöttinnen, ähnlich wie die Nornen und Parzen).

Schmetterling, Schutzmantel, Todeskuss
Hierzulande finden sich manchmal auch Todesdarstellungen mit Frauen, dann aber in der Gestalt von Todesengeln. Sehr schön zum Beispiel auf dem Bild "Der Totengräber und der Todesengel" des symbolistischen Malers Carlos Schwabe (1866 - 1926). Engel wollte ich aus "meinen" Zorya allerdings nicht machen, zum einen, weil es gerade sehr viele Engelsromane gibt. Zum anderen wollte ich ein anderes Symbol haben als Vogelflügel. Zum Thema Transformation und Übergang passte sehr viel besser ein anderes Wesen: der Schmetterling. In manchen Kulturen ist er sogar das Symbol des Todes. Aber Zorya mit großen Schmetterlingsflügeln (willkommen im Reich der Blümchenelfen)? Nein. Passender erschien mir da ein anderes Bild: Mantel statt Flügel. Denn ein Mantel symbolisiert genau das, was diese Todesbotinnen für die Sterbenden sind. Er steht für Schutz, für Wärme und Geborgenheit - und natürlich ist er auch ein Kleidungsstück, das man auf Reisen trägt. Und die Zorya in Ascheherz reisen mit Hilfe ihres Mantels durch Raum und Zeit, um den Menschen, die sie in ihrer Todesstunde rufen, den Todeskuss zu geben.

Sterben oder nicht sterben?
Aber was, wenn jemand nicht sterben möchte? Es gibt da zum Beispiel das wunderschöne Märchen von Gevatter Tod. Darin betrügt ein Arzt den "Gevatter" um das Leben einer Patientin und entreißt die Kranke damit dem sicheren Tod. (Dass das für den Arzt nicht gut ausgeht, kann man sich wohl denken). Die Idee, dass jemand versucht, den Tod zu betrügen, fand ich sehr spannend, und daran entzündete sich auch der Funke für die Grundidee von Ascheherz: Was passiert mit einem Menschen, dem ein solcher Betrug tatsächlich gelingt? Mich hat es besonders gereizt, in diesem Buch auch einmal eine Lanze für die Sterblichkeit zu brechen. Denn die Unsterblichkeit wird bereits auch in vielen Büchern und Filmen beleuchtet - auch und gerade in den Vampirromanen, die sehr deutlich zeigen, wie groß die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit ist. Aber ist es wirklich so erstrebenswert, ewig zu leben? Verlieren die Dinge, die Erlebnisse, die Augenblicke dann nicht mit den Jahren ihren Wert, weil ja gerade ihre Endlichkeit sie kostbar werden ließ? Diese Fragen stellen sich die Figuren in Ascheherz - und manche von ihnen müssen sich ihnen auf schmerzhafte Weise stellen und ihre eigenen Antworten finden.




Weitere Ausgaben:

Hardcover 544 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 18.99 Euro (D)
ISBN: 978-3570160657, Verlag: cbt
Erschienen 2010























Quadrat News 22.03.17

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