Nina Blazon - Autorin

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Rubrik Fantasy, Historie, Krimi, Kinderbuch


Venedig Der Dunkle lächelte boshaft. Er spürte es genau: Das war SIE, auf die er hunderte von Jahren ungeduldig gewartet hatte und deren Ankunft ihn nun aus seinem Schlaf erweckt hatte. Sie würde ihm nicht entkommen. Er musste nur noch seine Diener zusammenrufen, dann würde die Stadt ihm bald allein gehören. Endlich! Das heisere Gelächter, das er nun ausstieß, kräuselte das Wasser, als würde der Canal Grande eine Gänsehaut bekommen.



"Haben Sie eine besondere Verbindung zu Venedig?"
Das werde ich immer wieder mal von Lesern gefragt. Und ja, Venedig ist eine Herzensstadt, seit Jahren mogle ich sie immer wieder in meine Romane (am deutlichsten wohl in "Faunblut", aber auch in "Der dunkle Kuss der Sterne" und im "Winter der schwarzen Rosen" tauchen Elemente auf). Vielleicht, weil ich eine ganz persönliche Verbindung zu ihr habe: Ich stamme aus dem "kleinen Venedig", dem Städtchen Piran in Slowenien. Hier habe ich meine ersten Lebensjahre zwischen Renaissance-Häusern mit gotischen Triforen-Fenstern verbracht und in schmalen Gässchen gespielt. Piran gehörte seit dem 13. Jahrhundert zu Venedig, man sieht es auch deutlich: am Marktplatz steht ein roter Palazzo, überall finden sich geflügelte Steinlöwen und der Campanile von 1609 ist die exakte Kopie des Glockenturms von San Marco. Im "großen" Venedig und auch heute reise ich gerne dorthin. Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen hier auf unnachahmliche Weise - so, als hätte der letzte Doge erst gestern den Palazzo Ducale verlassen und könnte jederzeit zurückkehren.

Die Geister der Lagune
Ich musste gar nicht viel erfinden - so reich ist Venedig an Kuriositäten! Jede Gasse, jede Brücke, jedes Haus hat seine Gespenstergeschichte oder Anekdote aus vergangenen Jahrhunderten. Der Doge Faliero, der im 14. Jahrhundert wegen Hochverrats geköpft wurde (sein Porträt im Dogenpalast wurde schwarz übermalt), irrt auch heute noch nachts als kopfloses Gespenst hinter der Kirche San Zanipolo herum. Wasserfrauen betörten einst die Fischer von Burano - noch heute hört man in stürmischen Nächten ihren Gesang, und die Bronzepferde aus Konstantinopel wiehern nachts, weil ihnen ihre kostbaren Rubinaugen gestohlen wurden. Ganz zu schweigen vom Ungeheuer, das am Grunde der Lagune lauert.

Hüte dich vor dem Makaro!
Wenn das Meeresungeheuer am Grunde der Lagune, der "Makaro", wütend ist, schnaubt er und die Stadt versinkt in seinem nebligen Atem. Zum Glück kommt er nicht an die Oberfläche, denn nicht umsonst ist Venedig die Stadt des heiligen Georg: Die Gondoliere stehen ganz in der Tradition des Drachentöters. Mit ihren Rudern halten sie den Makaro wie mit Lanzen unter der Wasseroberfläche. Solange es noch Gondeln gibt, ist die Stadt also vor dem Ungeheuer sicher.

Zaubertrank mit Vipernfleisch
Ich hatte das Glück, bei einem ganz besonderen Venedig-Besuch hinter die Reiseführer-Fassaden blicken zu dürfen. Irene, meine Gastgeberin, ist gebürtige Venezianierin, ich durfte eine Weile in ihrer Wohnung leben und mich ganz in den Alltag der Stadt fallen lassen. So habe ich viel über die Mentalität und Lebensart gelernt (das fängt schon beim typischen venezianischen Frühstück an). Mir hat sich dadurch ein ganz neuer Blick auf die Stadt eröffnet. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Venedig auch die Stadt der Alchimisten war. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man nicht nur geflügelte Löwen, sondern auch den Hippogreif, das Symbol der Alchimie, an den Fassaden. Und noch heute finden sich Spuren der "Theriak"-Herstellung in der Stadt (direkt an der Rialto-Brücke zum Beispiel: ein goldener Kopf!). Diese "Himmelsarznei", die sogar gegen die Pest helfen sollte, hat zum Reichtum Venedigs beigetragen. Eine der Hauptzutaten war Vipernfleisch - aber auch das "Horn des Einhorns" kam zum Einsatz. Hergestellt wurde der Theriak nach einem strengen Zeremionell in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf dem Campo Santo Stefano. Drei Tage lang wurden die Zutaten auf dem Platz ausgestellt - auch die Käfige mit lebenden Vipern. Bei solchen Bildern schlägt ein Autorenherz natürlich sofort höher.

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